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Quartier Unterwegs

Neue Heimat für kleine Spatzen

Die kleinsten Wohnungen der SAGA – diesen Titel macht ihnen so schnell keiner streitig. Ihre Wohnfläche: nur knapp 0,02 Quadratmeter. Ein Zimmer, ein Fenster – das war’s. Und dennoch: Der Bau der kleinsten Wohnungen im SAGA-Bestand boomt geradezu. Die Interessenten können den Einzug kaum erwarten, beobachten ungeduldig, wie ihr neues Heim aufgehängt wird. Aufgehängt? Ja, richtig. Die Rede ist von Sperlingsnistkästen, die seit Oktober an mehreren SAGA-Standorten in Hamburg hängen.

Simon Hinrichs ist der Herr über die Nistkästen. Er gehört dem Verein Neuntöter an und kümmert sich dort beim Siedlungssänger-Projekt um Haussperlinge in Hamburg. Über 220 Kästen hat er zwischen Oktober 2020 und April 2021 bereits an Hauswänden der SAGA aufgehängt. Stets Richtung Norden oder Osten, denn zu sonnig mögen es die Vögel nicht.

„Der Standort hier ist super, da können drei bis vier Kästen an die Wand“, erklärt Hinrichs und hievt die dunkelroten Nisthilfen aus seinem Auto. Es ist Frühjahr, Hamburger Osten, die Bäume sprießen zaghaft, doch die Haussperlinge flattern bereits aktiv zwischen den Wohnhäusern umher. „Da oben ist ein Pärchen“, sagt Kerstin Rieke, Geschäftsstellenleiterin in Rahlstedt, und zeigt auf zwei Spatzen an der Dachkante unweit des neuen Standorts für die Kästen. Die ersten Interessenten?

Im Zuge des Projekts „Naturnahe Geschäftsstelle Rahlstedt“ entstand im Oktober der Kontakt zwischen Rieke und Hinrichs. In Rahlstedt leben noch größere Sperlingspopulationen, aus anderen Hamburger Stadteilen sind die Vögel mittlerweile praktisch verschwunden. Für den Verein entsprechend ein wichtiges Gebiet, um den Haussperling mit Nisthilfen zu unterstützen und seine Population zu stabilisieren. 4,5 Kilo wiegt ein einzelner Kasten, in fünf bis sechs Metern Höhe hängt Hinrichs sie an die Wand.

Hinrichs ist bereits bestens geübt im Aufhängen. Auf der Leiter stehend, blickt er einmal nach links, einmal nach rechts, dann der Ruf nach unten: „Die Position passt gut, oder? Nickende Zustimmung vom Boden. Er setzt den Bohrer an, wenig Sekunden später ist die Wand bereit für den Sperlingsnistkasten.

Der Haussperling ist ein Fassadenbrüter, in älteren Gebäuden suchen sich die Vögel kleine Nischen – meist im Dach – um dort zu brüten. Durch Sanierung verringert sich das Angebot in großen Städten wie Hamburg zusehends. Mit den Nistkästen schafft der Verein Alternativen für die Vögel. Der große Wohnungsbestand der SAGA eignet sich optimal für das Projekt. Da die Haussperlinge sehr saubere Tiere sind, müssen sich Anwohner auch keine Sorgen vor Dreck um die Kästen machen.

„Hängt der gerade?“, fragt Hinrichs, und justiert den letzten der drei Kästen an der Hauswand. „Etwas weiter noch nach links“, ruft ihm Rieke zu. Keine halbe Stunde, und die Wand ist bezugsfertig. Die Interessenten von der Dachrinne sind aber nicht mehr zu sehen. Kein Problem, die nächsten Mieter kommen bestimmt. Im Busch gegenüber der Hauswand raschelt es bereits. Womöglich wartet hier bereits ein kleiner Spatz auf seine neue Wohnung.

Text: Marcel Nobis | Fotos: Kerstin Rieke/Marcel Nobis

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